Von iOS auf Android umsteigen, ein Erfahrungsbericht (Teil 4)

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Hier schreibe ich in mehreren Episoden, wie es sich als iOS-User anfühlt, auf Android umzusteigen. Heute schreibe ich über Dinge, die mich bei Android im Vergleich zu iOS nerven.

1. Warum, Hardware und was es unter iOS nicht gibt
2. iOS-Apps und ihre besten Android-Pendants
3. Notifications, Unterschiede zu iOS
4. Was an Android nervt
5. Kleine Details

Video-Player

Unter iOS ist es bis auf wenige Ausnahmen wunderbar gelöst, sich eingebettete Videos auf Webseiten ansehen zu können: Man drückt PLAY und der interne Videoplayer übernimmt. Damit kann man dann zumindest easy auf Vollbild stellen, eine Funktion, die bei  Smartphones sicherlich nicht ganz unklug ist.

Bei Android scheint es so, als ob jede Website einen eigenen Player benutzen kann. Manchmal haben diese auch Fullscreen-Buttons, manchmal funktioniert es, manchmal nicht. Das schlimmste ist, dass die Controls so schrecklich klein sind. Das nervt und es ist ganz schlimme Fummelarbeit, da auf die richtigen Buttons zu drücken.

Ich bin dafür, ähnlich wie bei iOS einen lokalen Videoplayer übernehmen zu lassen, bei dem es zwei Buttons auf dem Video gibt: Play/Pause und Fullscreen. Im Fullscreen-Modus darf es dann gern so aussehen wie der Videoplayer der Android-Youtube-App.

Video von Liveleak. Die Buttons lassen sich kaum bedienen und auch sonst ist alles ganz furchtbar.

Video von Liveleak. Die Buttons lassen sich kaum bedienen und auch sonst ist alles ganz furchtbar.

Das Play-Interface der Youtube-App. Das ist ein ordentliches Player-UI. Wenn man es nicht braucht, verschwinden die Controls und man hat Fullscreen Video.

Das Play-Interface der Youtube-App. Das ist ein ordentliches Player-UI. Wenn man es nicht braucht, verschwinden die Controls und man hat Fullscreen Video.

 

Fullscreen Video: Das sieht dann so aus.

Fullscreen Video: Das sieht dann so aus. Ihr seht, dass auch die sogenannten Soft-Buttons (Zurück, Home, Appswitcher) verschwunden sind. Das finde ich gut.

 

Klonk-Scrolling und Pull to Refresh

Die zweite Sache, die mich als iOS-Switcher nervt, ist beim Scrolling der harte Anschlag am Ende einer Liste. Zum Beispiel scrollt man in einer Liste nach oben und plötzlich hält das Scrolling abrupt an. Bei iOS greift hier der Gummiband-Effekt ein, der das Scrolling langsam anhält. Fühlt sich besser an.

Viele Android-Apps benutzen außerdem bei Listen kein Pull-to-refresh, eine Funktion, die sich bewährt hat. Allerdings scheint sich hier mittlerweile eine Trendwende abzuzeichnen.

Notifications

Dieses Thema habe ich ja bereits im letzten Artikel angerissen. Unter Android gibt es einfach keine schnell einsehbaren Notifications im Lockscreen. Man muss immer erst die Notification Bar runterziehen.

Lockscreen

Der Android-Lockscreen ist leider ein Witz. Lockscreen Widgets sind zwar an sich eine gute Idee, aber hier nicht gut umgesetzt. Ich finde vor allem die Sache, dass es nur ein Widget pro Lockscreen geben kann, nicht gut.

Zwar ist DashClock, was in den letzten Wochen eine große Anzahl Fans gefunden hat, besser als nichts, aber so richtig gut funktioniert es auf dem Android-Lockscreen trotzdem nicht. Das ist aber eine Sache, die nicht durch DashClock gefixt werden kann, sondern nur durch die Android-Lockscreen-Entwickler selbst.

DashClock Widget
DashClock Widget
Download @
Google Play
DashClock Widget
Entwickler: Roman Nurik
Preis: Kostenlos
Lockscreen beim Wechsel zwischen zwei Lockscreen-Widgets.

Lockscreen beim Wechsel zwischen zwei Lockscreen-Widgets. Rechts sieht man DashClock, ein Widget, das sich durch allerhand Extensions erweitern lässt.

Holo-UI

Auf die Gefahr hin, dass mich jetzt alle Android-Fans anspringen und mir die Augen auskratzen: Ich finde die Android-UI (Holo) im Vergleich zu iOS nicht schön. Ich verstehe ja, dass dieses flache Design momentan so eine Art Trend ist, aber die meisten Apps sehen unter iOS immer noch bedeutend besser aus als unter Android, selbst die Apps von Google selbst.

Ich wünsche mir, dass die Android-Apps eher so aussehen wie die Google-Apps unter iOS. Was mir auch sehr gut gefällt, ist die Designsprache von Google Now. Ich hoffe, Google bringt das in der nächsten Android-Version noch mehr ein.

Google Maps unter Android

Google Maps unter Android

Google Maps unter iOS

Google Maps unter iOS

Google Now. IT'S FRESH.

Google Now. IT’S FRESH.

 

Das war es auch schon. Nächstes Mal gibt es den letzten Teil, in dem es um interessante Details in Android geht.

 

Von iOS auf Android umsteigen, ein Erfahrungsbericht (Teil 3)

Bitches know 'bout my Droid

Hier schreibe ich in mehreren Episoden, wie es sich als iOS-User anfühlt, auf Android umzusteigen. Dieses Mal geht es um Notifications und die Unterschiede hierbei zu iOS.

1. Warum, Hardware und was es unter iOS nicht gibt
2. iOS-Apps und ihre besten Android-Pendants
3. Notifications, Unterschiede zu iOS
4. Was an Android nervt
5. Kleine Details

Notifications

Ein großartiges Thema! Bei Notifications bin ich mir nicht sicher, wer hier die Nase vorn hat. Einerseits bietet Android hier durch die offene Struktur sehr viele Möglichkeiten, andererseits gibt es auch eine essentiell wichtige Option nicht, die nur iOS hat.

Doch von Anfang an. Notifications sind extrem wichtig, um überhaupt mitzubekommen, wenn mich eine Nachricht oder ein sonstiges Event erreicht hat. Allerdings kann es vorkommen, dass man (wenn man z.B. Foursquare-Checkin-Benachrichtigungen bekommt) schnell mit Notifications überhäuft wird.

Unterschiede zu iOS

iOS bietet seit der Version 5 mit dem Notification Center ein ausgefeiltes System zur Verwaltung und Darstellung der Notifications, die sich Apple meiner Meinung nach zum Teil von Android abgeschaut – und verbessert – hat. Unter iOS gibt es die Möglichkeit, neben halbwegs nicht-disruptiven Notifications (die oben erscheinen und sich dann nach einigen Sekunden wegdrehen) auch disruptive einzustellen, die man aktiv bestätigen oder wegdrücken muss. Bei WhatsApp- oder iMessage-Nachrichten ist das beispielsweise sehr sinnvoll.

Diese disruptive Variante habe ich bei Android bislang noch nicht gefunden – ich gehe mittlerweile davon aus, dass es sowas in vergleichbarer Form (noch) nicht gibt.

Genau so fehlen Notifications auf dem Lockscreen. Es ist schön, bei einer eintreffenden Benachrichtigung nur einen kurzen Blick aufs Telefon werfen zu müssen, wenn es neben einem auf dem Schreibtisch liegt. Ich will nicht jedesmal die Notification-Leiste von oben runterziehen müssen. Das ist ein gewaltiger Minuspunkt. iOS hat das hier schon sehr gut gelöst und man hat alles im Blick, wenn man den Bildschirm anschaltet: Telefon an – sehen, was es neues gibt – Telefon aus.

Zwar befinden sich, was super ist, die letzten paar Notifications als Icons in der Statusleiste oben, aber man übersieht sie relativ einfach. Mir sind bei Android schon einige wichtige Nachrichten durch die Lappen gegangen, weil ich die Vibration nicht gemerkt habe und später die Notification auf dem Bildschirm nicht auffällig genug war.

Ich weiß, dass es ein paar Apps gibt, die versuchen, Notifications im Lockscreen anzubieten, aber die sind alle (noch) scheiße. Entweder hässlich oder es steht da nur “1 neue Mail”. Aber nicht von wem, oder was drinsteht, und das ist ja dann auch sinnlos.

Lockscreen-Notification durch irgendein obskures Widget. Wenig Details und eher unansehnlich.

Lockscreen-Notification durch irgendein obskures Widget. Wenig Details und eher unansehnlich.

Deshalb wünsche ich mir von der nächsten Android-Version: detaillierte Lockscreen-Notifications und disruptive Benachrichtigungen. Und das alles einstellbar in einem … Notification Center.

LEDs, Vibrationsmuster, eigene Töne

Nun zu den guten Seiten:

Der Notification-Screen unter Android, den man wie beim iPhone von oben nach unten aufzieht, ist ziemlich gut und fühlt sich in der Benutzung besser an als der von iOS. Man hat auch die Möglichkeit, Widgets wie “Settings Extended” hereinzuladen. Unter Android ist es so, dass Notifications nach Apps gruppiert werden. Hat man beispielsweise drei Mails bekommen, steht erstmal im Notification-Screen “3 new mails”. Jetzt kann man allerdings diesen Punkt nach unten aufziehen und sieht dann, von wem diese Mails sind.

Notification-Screen mit zwei neuen Mails auf unterschiedlichen Accounts. Die werden hier nicht zusammengefasst.

Notification-Screen mit zwei neuen Mails auf unterschiedlichen Accounts. Die werden hier nicht zusammengefasst.

Fast jedes Android-Telefon bietet eine Notification-LED, die durch unterschiedliche Farben und Blinkfrequenzen auch unterschiedliche Arten von Notifications darstellen kann. Oft kann man schon direkt in der eigentlichen App die LED-Farbe einstellen. Mit der App Light Flow hat man aber die Möglichkeit, sich ein zentrales Notification-Schaltpult anzulegen.

Ich habe Light Flow bei mir beispielsweise so eingestellt, dass die LED bei neuen Events in folgenden Farben blinkt:

Weiß: Private E-Mail
Orange: Elbdudler-E-Mail
Blau: Facebook
Hellblau: Twitter
Grün: Neue Nachrichten (WhatsApp, SMS)
Rot: Entgangener Anruf
Braun: Instagram

In Light Flow kann man so allerhand einstellen.

In Light Flow kann man so allerhand einstellen.

Mit Light Flow kann man übrigens nicht nur für jedes Event unterschiedliche LED-Farben vergeben, sondern auch unterschiedliche Alarmtöne und Vibrationsmuster. Das ist eine tolle Ergänzung und ein mächtiges Werkzeug. Wenn man mal eine Stunde Zeit hat, kann man sich seine Notifications so konfigurieren, wie man es gerne hätte. Bei jedem Twitter-Fav ein Super-Mario-Sternensound, kein Problem (glaube ich).

Teilt mit mir eure besten Vibrationsmuster! Schade, dass es dafür noch keine Website gibt.

Teilt mit mir eure besten Vibrationsmuster! Schade, dass es dafür noch keine Website gibt.

Was das für einen Nutzen hat, weiß ich selbst noch nicht so genau. Ich schalte jedenfalls jedes Mal, wenn was reinkommt, den Bildschirm an und sehe nach, von wem die Mail ist oder wer mir für was den Fav gegeben hat.

Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass es in Situationen, in denen man nicht ständig auf sein Telefon glotzen kann, ganz praktisch sein kann. Ich saß schon des öfteren mit dem vibrierenden iPhone in Meetings und konnte es kaum erwarten, zu wissen, was diese Notifications sind. Und dann waren es nur irgendwelche Newsletter statt einer wichtigen Nachricht der Freundin.

Trotzdem – ich glaube, iOS belegt trotz all seiner Nachteile hier für mich noch den ersten Platz. Ich brauche einfach Lockscreen-Notifications.

Bisweilen bin ich jedoch mit den Möglichkeiten, die Light Flow bietet, ganz zufrieden. Das ist für mich jedoch eine Funktion, die ins System gehört und nicht nur von irgendwelchen Apps bedient werden sollte.

Von iOS auf Android umsteigen, ein Erfahrungsbericht (Teil 2)

 

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Hier schreibe ich in mehreren Episoden, wie es sich als iOS-User anfühlt, auf Android umzusteigen. Heute geht es um die paar Apps, die ich unter iOS häufig benutzt, aber (noch) nicht auf Android verfügbar sind.

1. Warum, Hardware und was es unter iOS nicht gibt
2. iOS-Apps und ihre besten Android-Pendants
3. Notifications, Unterschiede zu iOS
4Was an Android nervt
5. Kleine Details

Bevor es losgeht: Ralf Rottmann beschreibt im langen und sehr gut geschriebenen Artikel An iPhone Lover’s Confession: I Switched To the Nexus 4 – Completely seine eigenen Erfahrungen mit dem Umstieg von iOS auf Android.

The latest version of Android outshines the latest version of iOS in almost every single aspect.

Dem kann ich mich nur anschliessen.

iOS-Apps und ihre besten Android-Pendants

Obwohl nahezu alle großen Internetdienste auch eine Android-App veröffentlich haben, gibt es nicht für jede auf dem iPhone erfolgreiche App auch eine Version für Android. Hier habe ich eine kleine Liste mit Alternativen für die bekanntesten iOS-Apps zusammengestellt.

Google Mail, Calendar, Contacts, Maps

Diese Apps sind schon alle vorinstalliert und funktionieren allesamt besser als ihre Äquivalente in iOS. Wer Google Mail benutzt oder den Google Calendar, der wird unter Android keine Probleme mehr haben. Alles ist wunderbar verzahnt und funktioniert. Mehrere Accounts sind auch kein Problem.
Einzig eine Unified Inbox für alle Mail-accounts fehlt mir, zumindest habe ich noch keine entdeckt.

Google Mail. Wer Google Mail, Kalender, Youtube, Maps etc. benutzt, wird mit Android glücklich. Alles arbeitet wunderbar miteinander zusammen.

Google Mail. Wer Google Mail, Kalender, Youtube, Maps etc. benutzt, wird mit Android glücklich. Alles arbeitet wunderbar miteinander zusammen.

Twitter (Tweetbot)

Wie schon im letzten Beitrag geschrieben, gibt es unter Android leider (noch) keine Twitter-App, die mit Tweetbot vergleichbar wäre. Hier zwei Apps, die man mal probieren kann:

Die offizielle Twitter-App.

Der Twitter-Client meiner Wahl. Hat quasi alles, was man braucht. Manche Funktionen sind etwas versteckt, ansonsten bietet die App aber alles, was Twitter hat. Sehr schön finde ich den “Interactions”-Bereich, wo alles angezeigt wird, was mit einem zu tun hat: Mentions, Retweets, Favs, neue Follower. Irgendwie fühle ich mich in der App allerdings trotzdem nicht zuhause.

Die offizielle Twitter-App. Hier sieht man den ziemlich coolen "Interactions"-Bereich.

Die offizielle Twitter-App. Hier sieht man den ziemlich coolen “Interactions”-Bereich.

Falcon Pro.

Hatte ich kurz ausprobiert. Gefällt mir aber optisch durch diese Einbuchtungen der Usernamen nicht so gut. Ansonsten ist aber alles recht schnell erreichbar, z.B. sind die Listen per Swipe nach links ganz fix sichtbar.

Ansonsten habe ich noch sehr viele ausprobiert, die meisten aber nur einmal auf- und dann wieder zugemacht.

Reddit (Alienblue)

Auf dem iPhone gibt es nur einen ernstzunehmenden Reddit-Client: Alienblue. Android-User haben etwas mehr an Auswahl. Sie sind sich allesamt recht ähnlich, also solltet ihr erstmal alle Clients testen.

Reddit Sync

Benutze ich grad. Gute Holo-UI und außerdem die Möglichkeit, einige offline verfügbar zu machen, um sie dann beispielsweise in einem Zug der Deutschen Bahn zu lesen. Für weniger Augenschmerzen nachts im Bett gibt es einen Nachtmodus.

Reddit Sync. Bietet neben dem hellen Standardtheme auch ein praktisches Night-Theme, mit dem man sich im dunklen die Augen schont.

Reddit Sync. Bietet neben dem hellen Standardtheme auch ein praktisches Night-Theme, mit dem man sich im dunklen die Augen schont.

Baconreader

Wäre der Reddit-Client meiner Wahl, wenn es Reddit Sync nicht gäbe. Nimmt sich aber, finde ich, sonst nicht viel.

Reddit News

Und noch ein guter Client mit ähnlichem Funktionsumfang. (Sorry für die Werbung im Screenshot, habe mir die Pro-Version nicht gekauft)

Reddit is fun

Abgesehen vom total bescheuerten Namen sieht diese App auch noch relativ doof aus. Soweit ich das verstanden habe, schwören aber noch eine Menge Leute drauf. Weiß aber nicht aus welchem Grund.

Reddit is fun. Ja, das sollen interaktive Buttons sein.

Reddit is fun. Ja, das sollen interaktive Buttons sein.

Find my … Android

Android hat diese Funktion leider nicht eingebaut, aber es gibt einige Tools, die das mehr oder weniger komfortabel erledigen. Ich benutze dafür Lookout. Eine super Funktion von diesem Tool ist “Signal Flare”, welches den Standort eures Telefons automatisch speichert und abschickt, sobald der Akku eine bestimmte Grenze unterschreitet. So weiß man zumindest, wo der letzte bekannte Aufenthaltsort des Gerätes war, auch wenn das Telefon leer ist.

Lookout. Wie bei "Find my iPhone" kann man im Verlustfall das Telefon sperren, lokalisieren und einen Alarm abspielen.

Lookout. Wie bei “Find my iPhone” kann man im Verlustfall das Telefon sperren, lokalisieren und einen Alarm abspielen.

Öffentliche Verkehrsmittel

Hier hat vermutlich Android die Nase vorn, denn Öffi ist ein excellentes Tool. Eigentlich sind es drei Apps, Öffi Directions für Navigation zu einem bestimmten Ziel mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Öffi Stations für eine Liste der nächstgelegenen Haltestellen und deren Abfahrten und Öffi Network Plans für Netzpläne aller möglichen Verkehrsunternehmen. Habe sowas in der Form auf iOS noch nie gesehen.

Öffi Directions berechnet euch zuverlässig den Weg von A nach B mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Öffi Directions berechnet euch zuverlässig den Weg von A nach B mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Öffi Network Plans

Mit Öffi Network Plans könnt ihr euch so ziemlich jeden Netzplan eures Verkehrsunternehmens aufs Telefon ziehen.

Öffi Stations zeigt euch alle Haltestellen in der Umgebung an und die nächsten abfahrenden Züge/Busse/U-Boote.

Öffi Stations zeigt euch alle Haltestellen in der Umgebung an und die nächsten abfahrenden Züge/Busse/U-Boote.

Visual Voicemail

Ist ebenfalls nicht ins System integriert. Wenn man Telekom-Kunde ist (ich weiß nicht, wie das bei anderen Providern ist), kann man sich allerdings die Mobilbox Pro herunterladen, die dann wie vom iPhone bekannt alle Mailboxnachrichten in einer Liste anzeigt. Man bekommt auch Notifications, wenn was neues eintrifft.

Mobilbox Pro. Steht der iPhone-Version in nichts nach.

Mobilbox Pro. Steht der iPhone-Version in nichts nach.

Google-Reader-Client (Reeder)

Reeder ist nicht zu ersetzen. Aber irgendeinen Feedreader brauche ich, deshalb hier die zwei, die ich grad benutze:

Google Reader

Die offizielle Google-Reader-App. Sie ist schlicht und einfach und erledigt den Job. Ich benutze tatsächlich lieber die offizielle App (war bereits vorinstalliert) als die für 1,50€  gekauft App “Press” (siehe unten). Das liegt vor allem an der Geschwindigkeit, mit der man durch die Feed-Elemente zischen kann.

Press

Eine ganz neue und vielversprechende App, wenn auch momentan für mich unbenutzbar. Sieht aber hübsch aus. Ich werde sie allerdings erst richtig benutzen können, wenn integriert wurde, dass man über Wischen oder Scrollen von einem Artikel zum nächsten kommen kann. Momentan muss man dazu immer wieder auf Zurück drücken (oder zurück swipen) und dann auf den nächsten Artikel drücken.

etc.

Die größeren Content- und App-Anbieter haben ihre Programme mittlerweile zu einem großen Teil auch für Android verfügbar. Die meisten dieser Apps stehen den iPhone-Versionen in nichts nach, manche (Spotify) sind sogar besser. Dazu gibt es besseren Cross-App-Austausch und Widgets.

etc.

Nächstes Mal geht es um die Themen Benutzeroberfläche und Notifications, zwei große Themen, über die man, was Android betrifft, viel und lang schreiben kann.

 

Von iOS auf Android umsteigen, ein Erfahrungsbericht (Teil 1)

Made with Androidify Hier schreibe ich in mehreren Episoden, wie es sich als iOS-User anfühlt, auf Android umzusteigen.

1. Warum, Hardware und was es unter iOS nicht gibt
2. iOS-Apps und ihre besten Android-Pendants
3. Notifications, Unterschiede zu iOS
4. Was an Android nervt
5. Kleine Details

Warum?

Ich war iOS-Benutzer seit dem iPhone 3G, das ich mir im Jahr 2008 kaufte. Ein super-Gerät, wie auch seine Nachfolger. Auch das Betriebssystem war von Anfang an ziemlich durchdacht und schlüssig, von ein paar Ausnahmen (separate Einstellungen für Apps etc.) mal abgesehen. Mit der Zeit kam Android auf den Markt und eroberte dank niedriger Preise für die Endgeräte selbigen langsam. Ich hatte Android lange nicht beachtet, vermutlich auch, weil Android-Benutzer nicht so sehr über ihre Geräte berichten wie die Apple-Fraktion. Der Grund für meinen Entschluss, das Android-System auszuprobieren, war zum ersten die Vorstellung des Nexus 4, eines hübschen und leistungsfähigen Android-Gerätes, welches (wie alle Geräte, die “Nexus” heissen) Android ohne all den Scheiss ausliefert, den die Telefonhersteller da gern als Crapware mit draufpacken (HTC Sense, Samsung Touchwiz etc.), und das zu einem sagenhaften Preis. Für ein iPhone 5 hätte ich das doppelte hinlegen müssen. Zum anderen hatte ich schon seit längerem das Gefühl, dass die Entwicklung von iOS stagniert, während Android riesengroße Fortschritte macht. Und so kaufte ich mir Anfang Dezember 2012 ein Nexus 4, als es mal wieder eine Wagenladung davon in den Play Store schaffte.

Das Nexus 4. Dieser Effekt auf der Rückseite ist hier stark übertrieben dargestellt. In Wirklichkeit ist er sehr subtil und sieht echt gut aus.

Das Nexus 4. Dieser Effekt auf der Rückseite ist hier etwas übertrieben dargestellt. In der Realität ist er recht subtil.

Die Hardware

(Nexus 4) Das erste, was einem auffällt, wenn man das Nexus 4 im Vergleich zum iPhone 4 in der Hand hält, ist die Größe. Es wirkt riesig. Jetzt nach zwei Wochen Benutzung erscheint mir hingegen das iPhone winzig. Das Display ist fantastisch und steht den Retina-Displays der iPhones in nichts nach, was Klarheit und Auflösung (1280×768) angeht. Trotzdem ist es sehr flach und mutet im Vergleich zu vielen anderen Android-Telefonen absolut hochwertig und wunderschön an. Was mir sonst noch aufgefallen ist:

  • Der Ein/Aus-Knopf an der Seite ist nicht so gut erreichbar wie der Home-Knopf des iPhones. Manchmal greif ich daneben.
  • Mir gefällt der leicht gummierte Seitenrand des Nexus 4. Lässt sich besser halten als alle iPhones. Vielleicht kaufe ich mir allerdings trotzdem noch einen Bumper.
  • Die Qualität des integrierten Lautsprechers ist im Vergleich zum iPhone 4 echt übel. Musik klingt ganz flach und blechern.
  • Es fehlt der Chip, der Kopfhörerfernbedienungen mit 3 Knöpfen verstehen kann. Bei meinen scheissteuren Kopfhörern funktioniert deshalb nur der mittlere Kopf (play/pause). Das lässt sich allerdings (halbwegs) relativieren, weil man bei Android mittels Zusatzapp einstellen kann, was dieser Knopf regelt. Z.B. langer Druck – Tracknamenansage; kurz, dann lang: Lautstärkekontrolle oder was immer ihr wollt.
  • Die Kamera hält nicht mit der iPhone-Kamera mit. Schon die iPhone-4-Kamera ist besser.
  • Aufladen über Standard Micro-USB Cable ist ziemlich super, weil es ein verbreiteter Standard ist und auch immer irgendwo ein solches Kabel rumliegt. In der Praxis sieht das allerdings so aus, dass ich jetzt zwei Kabel dabei habe, eins mit Dock-Connector und ein Micro-USB-Kabel. Außerdem ist das Lightning-Kabel von Apple schon in dem Punkt besser, dass es egal ist, wie rum es eingesteckt wird. Jedesmal falschrum. Je-des-mal.
  • Für das Aufladen über Induktion (also kabellos) braucht man ein spezielles QI-kompatibles Ladepad, was ich aber noch nicht habe, insofern kann ich auch noch nichts drüber schreiben.
  • Der Kopfhöreranschluss ist oben, was ich etwas schade finde, weil ich unten für den besseren Ort halte.
  • Das Display ist zu den Seiten hin leicht abgerundet, das ist großartig. Eine Bewegung mit dem Finger darüber fühlt sich unglaublich weich und geschmeidig an.
  • Es kommt mir so vor, als ob beim Nexus 4 deutlich weniger Fettflecke auf dem Display bleiben als beim iPhone 4.
  • Die NFC-Funktionalität ist toll: Man kann sich NFC-Tags mit Befehlen beschreiben und dann das Telefon ranhalten und es führt diese Befehle automatisch aus. Beispiel: Am Bettrand. Man legt das Telefon auf den NFC-Tag und es geht automatisch in den Silent-Mode, stellt den Wecker, etc.
  • “Android Beam” ist auch fantastisch. Man kann damit alles, was man momentan auf dem Bildschirm hat, an ein anderes NFC-fähiges Telefon schicken, indem man die Rückseiten zusammenhält und auf okay drückt. Das funktioniert erstaunlich gut. Bilder übertragen, Browser-URLs schicken usw. Das werde ich noch weiter testen.

Was mit iOS nicht geht

Einer der Gründe für den Umstieg war, dass bei iOS ohne Jailbreak so viel Restriktionen herrschen, die es bei Android nicht gibt. Warum kann ich die GMail-App oder Chrome nicht als Standard einstellen, obwohl sie für mich besser sind? Unter Android ist das kein Problem. Man kann sich für so gut wie alles aussuchen, mit welcher App man es öffnen möchte. Zum Beispiel kann ich einen Instagram-Link in Twitter direkt in Instagram öffnen, dort kommentieren und über die Zurück-Taste komm ich dann wieder zur Twitter-App.

Oh, ein Instagram-Link.

Oh, ein Instagram-Link.

Launcher

Euch gefällt der Standard-App-Launcher (der Homescreen) nicht? Egal, ladet euch einen neuen aus dem Play Store. Es gibt alle möglichen Bedienkonzepte, die man ausprobieren kann.

Play-Store-Suche nach “Launcher”

Vergleiche unterschiedlicher Homescreens. Links: Stock Android, Mitte und Rechts stark veränderte Themes.

Vergleiche unterschiedlicher Homescreens. Links: Stock Android, in der Mitte ein stark- und rechts ein leicht verändertes Theme.

Details

Was mich gleich auf Anhieb beeindruckt hat, war die Detailfülle von Informationen und Statistiken, die Android bietet. Ihr möchtet wissen, welche App am meisten Akku verbraucht? Oder wer am meisten Daten verbraucht? Sowas geht bei iOS leider nicht.

Datenverbrauch über Mobil- und Wifi-Netze

Datenverbrauch über Mobil- und Wifi-Netze

Hier sieht man, welche App wieviel Saft verbraucht.

Hier sieht man, welche App wieviel Saft verbraucht.

Sharing von jeder App in jede App.

Unter iOS hat man bei Sharing-Optionen nur die Auswahl, die der App-Entwickler mit eingebaut hat. Im Falle der Fotos-App ist das herzlich wenig. Es gibt Facebook, Twitter, Mail, viel mehr allerdings nicht. Unter Android kann sich in diese Liste jede App eintragen, die den Inhalt unterstützt. Somit könnte ich beispielsweise ein grade aufgenommenes Foto direkt bei Imgur hochladen, einen markierten Text direkt bei Evernote einfügen oder auch auch bei QuoteFM empfehlen, sofern es von denen eine Android-App gäbe (hint hint). Grad war mir das alles sehr hilfreich, indem ich direkt aus der Gallery-App alle meine Screenshots in einen Dropbox-Ordner hochladen konnte.

Einen Tweet aus Twitter kann man beispielsweise an Unmengen andere Apps schicken.

Einen Tweet aus Twitter kann man beispielsweise an Unmengen andere Apps schicken.

Notifications

Dazu schreibe ich bald einen separaten Artikel, denn dieses Thema ist ziemlich umfangreich.

Dateisystemzugriff und Downloads.

Schon mal versucht, unter iOS eine Datei herunterzuladen? Kann man so gut wie vergessen. Unter Android geht das. Man kann sogar mit einer App wie Solid Explorer das gesamte Dateisystem durchforsten.

/Temp/Ignore/Delete/Steuerdaten-1997/Tante-Mariannes-Geburtstagsfeier/Porn/super_fucking.mpg

/Temp/Ignore/Delete/Steuerdaten-1997/Tante-Mariannes-Geburtstagsfeier/Porn/super_fucking.mpg

Apps übers Webinterface auf Geräten installieren

Man kann über den Play Store Apps, Musik, Filme und Bücher kaufen und herunterladen, ohne am Telefon zu sitzen. Stattdessen sucht man sich aus, was man haben möchte, wählt das Gerät, auf das der Kram geliefert werden soll und – zack – wird es vom Android-Telefon selbstständig heruntergeladen und installiert. Klar, sowas ähnliches geht auch über iTunes, allerdings hab ich es dort nie benutzt. Wer iTunes kennt, weiß vermutlich warum.

Man drückt im Browser auf dem Rechner "Install" und das Telefon lädt sich den Kram automatisch runter.

Man drückt im Browser auf dem Rechner “Install” und das Telefon lädt sich den Kram automatisch runter.

Emulatoren

SCUMMVM ist fantastisch. Damit kann man seine alten LucasArts-Spiele wie ZakMcKracken, Monkey Island, Loom, Indiana Jones 4 usw. auf dem Gerät spielen. Unter iOS ist das nicht möglich, weil Apple es nicht erlaubt, fremden Code auszuführen. Eine der ersten Sachen nach Erhalt des Nexus 4 war es, mir damit Monkey Island zu installieren.

Das sollte jeder auf seinem Telefon haben.

Das sollte jeder auf seinem Telefon haben.

Widgets

Wieder eine Sache, die es mit iOS nicht gibt. Widgets sind kleine Helfer, die eine bestimmte Funktion aus einer bestimmten App ausführen. Fast jede App liefert ein paar Widgets mit. Beispielsweise:

  • Aus der Contacts-App kann man sich über ein Widget einen bestimmten Kontakt auf den Homescreen legen, den man dann im Schnellzugriff hat. Das ist praktisch, wenn man öfter mal seine Freundin/Freund anruft.
  • Von Evernote gibt es ein Widget, mit dem man schnell Texte, Bilder oder andere Dinge zu Evernote hinzufügen kann.
  • ConnectBot (der SSH- und Telnet-Client meiner Wahl) liefert ein Widget mit, mit dem man in einer Sekunde auf einen bestimmten Server kommt.
  • Öffi hat Widgets, mit denen man z.B. auf dem Homescreen die Abfahrtszeiten der nächsten U-Bahn-Linie sieht.
  • Mit den Widgets von Foursquare kann man sich z.B. mit einem Tap auf das Widget an einem bestimmten Ort einchecken.
  • Power Toggles oder auch hunderte Widgets dieser Art bieten euch die Möglichkeit, mal ganz schnell Bluetooth, Wifi, GPS, die Kamera-LED, 3G etc aus- und wieder anzuschalten. Dafür muss man beim iPhone zum Teil in tiefe Menüs kriechen.
  • Das Wunderlist-Widget zeigt euch eure nächsten Tasks an. Das nur als Beispiel. Es gibt Widgets für alles mögliche, es ist wirklich unglaublich.
Oben: Öffi; Mitte: Power Toggles; Unten: Wunderlist

Oben: Öffi; Mitte: Power Toggles; Unten: Wunderlist

Dateitransfer über Bluetooth

Es ist mir ein absolutes Rätsel, warum Apple das bei iOS nicht erlaubt oder implementiert. Bluetooth ist super zum lokal begrenzten Übertragen kleinerer Datenmengen. Mal eben ein Foto vom Telefon zum Rechner oder einem anderen Telefon schicken: Kein Problem.

Technikkram

Dazu kommen Sachen, die für normale Benutzer vermutlich uninteressant sind, für andere hingegen nicht. Apps wie Wifi Analyzer haben unter iOS im Vergleich zu Android nur einen Bruchteil der Funktionen, weil Apple das System nicht weit genug aufmacht. Auch OpenVPN auf wird es unter iOS nur geben, wenn Apple es erlaubt.

Damit kann man piepend durchs Haus gehen und die beste Stelle für den Access Point suchen.

Damit kann man piepend durchs Haus gehen und die beste Stelle für den Access Point suchen.

 

Demnächst geht es weiter mit einem Beitrag, in welchem ich für die bekanntesten iOS-Apps, die ich benutze, Android-Pendants vorstelle.