re:publica 2014 – Fazit

Sechs Tage in Berlin, sechs Tage Rock’n’Roll. Ich fuhr am Samstag hin, um beim Netzwerk-Aufbau mitzuhelfen. Kabel ziehen, Access Points anschrauben und sich generell ansehen, dass bei solch großen Veranstaltungen auch nur mit Wasser gekocht wird.

Die Konferenz selbst war auch großartig. Natürlich schafft man es nicht, sich alle interessanten Talks anzusehen, und auch jetzt im Nachhinein habe ich noch längst nicht alle Aufzeichnungen angesehen. Ich will auch gar nicht auf David Hasselhoff eingehen, das machen eh schon alle anderen. Hier jedoch die drei Vorträge, die mir bislang am besten gefallen haben:

“Eure Eltern twittern zwar nicht, aber sie überweisen” – Sascha Lobos “Rede zur Lage der Nation”

Eine flammender Appell darüber, dass wir als “Netzgemeinde” zwar immer viel twittern und uns aufregen, aber diejenigen, die sich tatsächlich darum kümmern, dass das Internet wieder frei wird (Netzpolitik etc.), finanziell nicht unterstützen. Ein sehr guter Vortrag, der direkt in die Fresse ging, ich hoffe, auch bei anderen. Werde demnächst mal einen weiteren Dauerauftrag einrichten. Mittlerweile haben wir’s ja.

 

“Allein ist die Wildnis ein öder Ort” von Greta Taubert.

Das war superinteressant und exzellent vorgretagen (diesen Verschreiber lasse ich jetzt mal so stehen). Es ging darum, was man machen kann, wenn alles den Bach runter geht, wie man sich selbstversorgen kann, um Aussteiger, um Leute,die allein im Wald leben, etc. In diesem Vortrag gab es übrigens auch eine Situation, die für mich repräsentativ für den Spirit dieser Veranstaltung ist. Man muss dazu sagen, dass es in dieser Halle war, in der mehrere Stages aufgebaut sind und man daher auch Teile des anderen Publikums hört. Die gaben dann jedenfalls Applaus und das brachte die Rednerin etwas aus dem Konzept: “Immer dieser Applaus… klatscht doch auch mal!” Das haben wir dann natürlich auch gemacht, woraufhin von gegenüber wieder applaudiert wurde und wir uns dann so eine Art kleinen Beifalls-Battle gegeben haben. Das war fantastisch.

(es gibt leider noch keine Aufzeichnung)

 

“How wie will settle on Mars – and why” von Rin

Vielleicht mein Lieblingsvortrag, wahrscheinlich auch, man ein bisschen gemerkt hat, dass sie das eine Präsentation aus Begeisterung für die Sache war. Es ging um die Besiedlung des Mars, wie man überhaupt dorthin kommt und was es für Probleme gibt. Der Vortrag hatte auf jeden Fall die größte “Fucking awesome”-Dichte der ganzen Veranstaltung.

 

Ausblick

Nächstes Jahr ist wieder re:publica und ich freue mich jetzt schon drauf. Hier schreibe ich mal die Dinge auf, die ich nächstes Jahr nicht vergessen will.

Netzwerk / WLAN

Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, nächstes Jahr mehr zu machen und mich schon vorher mit den entsprechenden Leute kurzzuschließen, um dann gemeinsam mit denen das Netz aufzubauen. Das funktionierte größtenteils ganz gut, es gab aber tatsächlich oft diverse Ecken, an denen ich mit einem AP verbunden war, aber von dort aus ging es dann nicht weiter. Der Admin in mir bekommt natürlich Herzrasen, wenn etwas nicht funktioniert und will es sofort fixen. Mal sehen, was sich dort machen lässt.

Alkohol

Kein Bier vor 18 Uhr. Am ersten Tag sahen wir frühmorgens den Stand des Landes Baden-Württemberg, der uns gegen einen mehr oder wenig witzigen Tweet mit Freibier versorgte. Das machten wir nicht nur einmal, leider führte das zu einem gewissen Aufmerksamkeitsverlust und ich bin mir sicher, dass man auch nicht mehr so gut roch.

IRC

Schon ein paar Tage vor der Veranstaltung einen IRC-Kanal eröffnen und ihn als Austauschpunkt für Sessions, Standorte etc. etablieren. Das hat dieses Mal erstaunlich gut geklappt, aber kann man da natürlich schon vorher anfangen.

Indoor-Lokalisierung

Bei der Absprache zwischeneinander, wo man denn grade sei, gab es diverse Missverständnisse. “Hier in Stage 1, rechts irgendwo” ist bei dieser Hallengröße natürlich nicht mehr so richtig akkurat.
Ich hätte Lust, ein kleines System zu entwickeln, ähnlich wie “Find my Friends”, das einem den Standort von einigen Personen bei dieser Art Veranstaltung anzeigt. Das “echte” GPS ist dafür leider zu ungenau. Es gibt bereits ein paar Konzepte für Indoor-Lokalisierung und -Navigation und wahrscheinlich informiere ich mich da mal drüber.

Danke

Vielen Dank hiermit an alle, die die re:publica organisierten, Vorträge gehalten haben, auf- und abbauten oder sonstwie aushalfen. Es hat Spaß gemacht, dieses Jahr ebenfalls mit anzupacken und führte dazu, dass ich mich mit allen anderen Helfern als Teil einer großen Familie empfand.

Nächstes Jahr sehen wir uns wieder.

Von iOS auf Android umsteigen, ein Erfahrungsbericht (letzter Teil)

androidify5

Vor mehreren Monaten schrieben mir diverse Personen, dass sie meine iOS-Android-Umstiegsreihe toll finden und sich auf den fünften Teil freuen. Hier ist er, aber ihr werdet keine Freude daran haben.

1. Warum, Hardware und was es unter iOS nicht gibt
2. iOS-Apps und ihre besten Android-Pendants
3. Notifications, Unterschiede zu iOS
4. Was an Android nervt
5. Letzter Teil

Nach gut einem Jahr Android und Nexus 4 benutze ich wieder mein altes iPhone 4S mit iOS 7. Wie kommt es dazu? War ich anfangs nicht so begeistert von Android?

Hardware

Ich fange mit der Hardware an: Das Nexus 4 ist mir zu groß. Egal, wie ich es hielt, mit einer Hand konnte ich es nicht richtig bedienen. Dabei geht es nicht unbedingt um die Höhe, sondern die Breite. Ich wünschte mir ein schmaleres Telefon, »so iPhone5-Format, das ist perfekt«. Dummerweise scheinen sich alle Hardwarehersteller aber mit Größenangaben überbieten zu wollen, jedenfalls fand ich auch nach einigem Suchen kein Telefon, das mit der qualitativen Anmutung des iPhone 5 mithalten konnte und dann auch noch die entsprechenden Abmessungen hatte, die meine Hand als vorteilhaft erachtete.

Das Nexus 4 ist etwas zu breit.

Das Nexus 4 ist etwas zu breit, um es einhändig gut bedienen zu können.

Das Nexus 4 ist ein hervorragendes Gerät für diesen Preis. Das war von Anfang an klar und das hat sich in dem Jahr auch durchaus bestätigt. Was mir erst jetzt klar ist: Ich will nicht das beste Gerät in dieser Preisklasse, ich will das beste Gerät.
Die Kamera ist eher naja, der Lautsprecher ist kacke und dazu noch an der Unterseite angebracht, alles Punkte, die mich wirklich nervten.

Geschwindigkeit

Als ich das erste offizielle stabile Release von iOS 7 auf dem iPhone 4S ausprobierte, war ich beeindruckt, wie schnell und flüssig alles ablief. Im direkten Vergleich mit dem Nexus 4 wirkt es schneller. Das ist schon mal bemerkenswert, weil das Nexus 4 ein gutes Jahr jünger und hardwaretechnisch deutlich besser ausgestattet ist (bis auf, wie gesagt, die Kamera und den Lautsprecher).

Warum fühlt sich iOS also trotz langsamerer Hardware schneller an? Ich konnnte mir das auch nicht erklären, aber eine kurze Google-Suche ergab hier, hier und hier ein paar Antworten.

Features

Als ich vor einem Jahr das Nexus 4 kaufte, war ich so gespannt auf die ganzen Features der Android-Hardware, die das iPhone nicht hat. Hier zeige ich euch, was daraus geworden ist:

Aufladen per Induktion

Nie gemacht. Irgendwie habe ich auch nie mitbekommen, dass hier Induktionsladegeräte verkauft wurden. Ich habe jedenfalls noch nie eins mit eigenen Augen gesehen.

NFC und Android Beam

Benutzte ich während meiner Androidzeit ca. zehn mal. Es ist auch wirklich praktisch, abgesehen davon, dass man aussieht wie ein Idiot und ständig Angst hat, dass das Telefon auf den Beton fällt, weil man es mit spitzen Fingern an ein anderes Telefon halten muss. Sowas wünsche ich mir für jedes Smartphone, nur ohne dass man die Geräte zusammenhalten muss.

NFC-Tags

Oh boy, wie war ich scharf darauf. Was ist daraus geworden? Ich habe es nach der anfänglichen begeisterten Testzeit nie benutzt. Mir sind zu wenige Einsatzmöglichkeiten eingefallen, außer automatisch bei Foursquare einchecken gab es nicht viel mehr, was ich cool fand.

Die Funktionen als root

Ja, in Android ist deutlich mehr möglich als unter iOS. Dazu gehört zum Beispiel, dass man sich (bei gerootetem Gerät) die WiFi-Passwörter der Netze, mit denen man einmal verbunden war, anzeigen lassen kann. Habe ich in dem Jahr genau einmal gebraucht.

Mir wurde auch klar, dass die meisten Statistikfunktionen wie zum Beispiel die genaue Anzeige des Akkuverbrauchs von einzelnen Apps gar nicht so von Vorteil für mich sind, wie ich dachte. Ich zerbrach mir eher den Kopf darüber, diesen Stromverbrauch zu senken, als die Apps zu benutzen. Und damit machte ich mir mehr Gedanken über das System als über den Inhalt – fatal.

Die Notification-LED

Es gibt massenhaft Software, mit der man sich diese LED so konfigurieren kann, dass man vermutlich am ersten Blick erkennen könnte, welches Programm da welche Notification abgeliefert hat. Wo genau war eigentlich das Problem, kurz den Screen anzumachen und nachzusehen? Ich fand während meiner Android-Zeit keinen großen nutzen für diese LED. Und man kann mir nicht vorwerfen, dass ich es nicht versucht hätte. Nächtelang habe ich dagesessen und mit Lightflow jedem Programm eine genaue Farbe, ein Blinkmuster und wasweissich noch alles zugewiesen. Leider hatte ich das nach ein paar Tagen alles schon wieder vergessen, so dass ich mich ständig fragen musste, »ist rot jetzt Twitter oder WhatsApp?«

Wofür stand blau nochmal?

Wofür stand blau nochmal?

Darüberhinaus hatte ich mit dem Nexus 4 ständig das Gefühl, irgendwas verpasst zu haben. Twitter-Mentions, Nachrichten, Mails; aus irgendeinem Grund bin ich diesen Notification-Workflow gewohnt: Kurz das Display anschalten, kurz checken und dann wieder ausschalten. Das hab ich unter Android nicht so einfach hinbekommen – ich hab beim Schalter oft danebengegriffen und dann musste ich auch noch die Notification-Bar runterziehen – ein Schritt zuviel.

Lockscreen Notifications.

Lockscreen Notifications.

System und Apps

Kommen wir zum Kern meiner Kritik – die Apps. Apps sind das, was ein Smartphone auszeichnet. Und 99% aller Apps sind unter iOS besser.
Es ist 2013 – wieso sehen die meisten Android-Apps im Vergleich zu ihren iOS-Schwestern immer noch so verdammt blass aus?
Bei vielen iOS-Apps wird poliert bis der Arzt kommt, da wird an den kleinsten Animationen gefeilt, da muss jeder Pixel sitzen, bevor es in den Appstore geht.
Unter Android hatte ich immer das Gefühl, dass die Designer und Entwickler nicht ganz so viel Enthusiasmus in ihr Produkt steckten. Wir reden hier von den gleichen Apps: Google selbst mit seiner GMail-App – unter iOS supersmooth, bei Android hakt und flickert es selbst auf den schnellsten Geräten.

Generell ist es auch immer noch so, dass ALLE guten Apps zuerst für iOS erscheinen und nach ein paar Monaten dann auch für Android, aber shitty. Wenn man ganz großes Glück hatte, kam es zeitgleich raus. Aber könnt ihr euch an eine App erinnern, die zuerst für Android erschien? (Facebook Home zählt nicht)

Es gibt zum Beispiel auch keinen Twitterclient für Android, der wirklich mit Tweetbot mithalten kann. Ich habe mindestens zwanzig von ihnen ausprobiert, einige sogar gekauft, damit ich die ätzende Werbung loswerde, aber zum Schluss war ich genervt, entkräftet und musste die offizielle Twitter-App benutzen.

Warum ich wieder auf iOS umstieg

Irgendwann erwischte ich mich dabei, wie ich in Kommentarfelder »Und was ist mit Android?« eintrug. Da wusste ich, dass es fast zu spät ist. Ich wollte nie einer von diesen grumpy Android-Jüngern werden, aber jetzt verstehe ich ihre Verbitterung.

Das alles wird sich in naher Zukunft auch nicht ändern. Die wegweisenden Apps werden immer noch zuerst für iOS erscheinen, und die Android-Welt vertreibt sich die Wartezeit damit, Benchmarks ihrer Telefone zu vergleichen.

Ich möchte jedenfalls wieder dort dabeisein, wo experimentiert wird, wo es Apps wie Timehop, Day One, Tweetbot und Placescore gibt.

Natürlich habe ich unter Android auch einiges gesehen, was ich unter iOS sehr vermissen werde. Custom Keyboards. Sharing aus jeder App in jede andere App. Und vor allem: Eigene Default-Apps festlegen.

Mittlerweile fühlt es sich gar nicht mehr so seltsam an. Es ist ein bisschen wie nach einer langen Reise nach Hause zu kommen – man weiß, wo alles ist, es ist warm, gemütlich und alle seine Freunde sind auch da.

Von iOS auf Android umsteigen, ein Erfahrungsbericht (Teil 4)

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Hier schreibe ich in mehreren Episoden, wie es sich als iOS-User anfühlt, auf Android umzusteigen. Heute schreibe ich über Dinge, die mich bei Android im Vergleich zu iOS nerven.

1. Warum, Hardware und was es unter iOS nicht gibt
2. iOS-Apps und ihre besten Android-Pendants
3. Notifications, Unterschiede zu iOS
4. Was an Android nervt
5. Letzter Teil

Video-Player

Unter iOS ist es bis auf wenige Ausnahmen wunderbar gelöst, sich eingebettete Videos auf Webseiten ansehen zu können: Man drückt PLAY und der interne Videoplayer übernimmt. Damit kann man dann zumindest easy auf Vollbild stellen, eine Funktion, die bei  Smartphones sicherlich nicht ganz unklug ist.

Bei Android scheint es so, als ob jede Website einen eigenen Player benutzen kann. Manchmal haben diese auch Fullscreen-Buttons, manchmal funktioniert es, manchmal nicht. Das schlimmste ist, dass die Controls so schrecklich klein sind. Das nervt und es ist ganz schlimme Fummelarbeit, da auf die richtigen Buttons zu drücken.

Ich bin dafür, ähnlich wie bei iOS einen lokalen Videoplayer übernehmen zu lassen, bei dem es zwei Buttons auf dem Video gibt: Play/Pause und Fullscreen. Im Fullscreen-Modus darf es dann gern so aussehen wie der Videoplayer der Android-Youtube-App.

Video von Liveleak. Die Buttons lassen sich kaum bedienen und auch sonst ist alles ganz furchtbar.

Video von Liveleak. Die Buttons lassen sich kaum bedienen und auch sonst ist alles ganz furchtbar.

Das Play-Interface der Youtube-App. Das ist ein ordentliches Player-UI. Wenn man es nicht braucht, verschwinden die Controls und man hat Fullscreen Video.

Das Play-Interface der Youtube-App. Das ist ein ordentliches Player-UI. Wenn man es nicht braucht, verschwinden die Controls und man hat Fullscreen Video.

 

Fullscreen Video: Das sieht dann so aus.

Fullscreen Video: Das sieht dann so aus. Ihr seht, dass auch die sogenannten Soft-Buttons (Zurück, Home, Appswitcher) verschwunden sind. Das finde ich gut.

 

Klonk-Scrolling und Pull to Refresh

Die zweite Sache, die mich als iOS-Switcher nervt, ist beim Scrolling der harte Anschlag am Ende einer Liste. Zum Beispiel scrollt man in einer Liste nach oben und plötzlich hält das Scrolling abrupt an. Bei iOS greift hier der Gummiband-Effekt ein, der das Scrolling langsam anhält. Fühlt sich besser an.

Viele Android-Apps benutzen außerdem bei Listen kein Pull-to-refresh, eine Funktion, die sich bewährt hat. Allerdings scheint sich hier mittlerweile eine Trendwende abzuzeichnen.

Notifications

Dieses Thema habe ich ja bereits im letzten Artikel angerissen. Unter Android gibt es einfach keine schnell einsehbaren Notifications im Lockscreen. Man muss immer erst die Notification Bar runterziehen.

Lockscreen

Der Android-Lockscreen ist leider ein Witz. Lockscreen Widgets sind zwar an sich eine gute Idee, aber hier nicht gut umgesetzt. Ich finde vor allem die Sache, dass es nur ein Widget pro Lockscreen geben kann, nicht gut.

Zwar ist DashClock, was in den letzten Wochen eine große Anzahl Fans gefunden hat, besser als nichts, aber so richtig gut funktioniert es auf dem Android-Lockscreen trotzdem nicht. Das ist aber eine Sache, die nicht durch DashClock gefixt werden kann, sondern nur durch die Android-Lockscreen-Entwickler selbst.

[appbox googleplay net.nurik.roman.dashclock simple]

Lockscreen beim Wechsel zwischen zwei Lockscreen-Widgets.

Lockscreen beim Wechsel zwischen zwei Lockscreen-Widgets. Rechts sieht man DashClock, ein Widget, das sich durch allerhand Extensions erweitern lässt.

Holo-UI

Auf die Gefahr hin, dass mich jetzt alle Android-Fans anspringen und mir die Augen auskratzen: Ich finde die Android-UI (Holo) im Vergleich zu iOS nicht schön. Ich verstehe ja, dass dieses flache Design momentan so eine Art Trend ist, aber die meisten Apps sehen unter iOS immer noch bedeutend besser aus als unter Android, selbst die Apps von Google selbst.

Ich wünsche mir, dass die Android-Apps eher so aussehen wie die Google-Apps unter iOS. Was mir auch sehr gut gefällt, ist die Designsprache von Google Now. Ich hoffe, Google bringt das in der nächsten Android-Version noch mehr ein.

Google Maps unter Android

Google Maps unter Android

Google Maps unter iOS

Google Maps unter iOS

Google Now. IT'S FRESH.

Google Now. IT’S FRESH.

 

Das war es auch schon. Nächstes Mal gibt es den letzten Teil, in dem es um interessante Details in Android geht.

 

Von iOS auf Android umsteigen, ein Erfahrungsbericht (Teil 3)

Bitches know 'bout my Droid

Hier schreibe ich in mehreren Episoden, wie es sich als iOS-User anfühlt, auf Android umzusteigen. Dieses Mal geht es um Notifications und die Unterschiede hierbei zu iOS.

1. Warum, Hardware und was es unter iOS nicht gibt
2. iOS-Apps und ihre besten Android-Pendants
3. Notifications, Unterschiede zu iOS
4. Was an Android nervt
5. Letzter Teil

Notifications

Ein großartiges Thema! Bei Notifications bin ich mir nicht sicher, wer hier die Nase vorn hat. Einerseits bietet Android hier durch die offene Struktur sehr viele Möglichkeiten, andererseits gibt es auch eine essentiell wichtige Option nicht, die nur iOS hat.

Doch von Anfang an. Notifications sind extrem wichtig, um überhaupt mitzubekommen, wenn mich eine Nachricht oder ein sonstiges Event erreicht hat. Allerdings kann es vorkommen, dass man (wenn man z.B. Foursquare-Checkin-Benachrichtigungen bekommt) schnell mit Notifications überhäuft wird.

Unterschiede zu iOS

iOS bietet seit der Version 5 mit dem Notification Center ein ausgefeiltes System zur Verwaltung und Darstellung der Notifications, die sich Apple meiner Meinung nach zum Teil von Android abgeschaut – und verbessert – hat. Unter iOS gibt es die Möglichkeit, neben halbwegs nicht-disruptiven Notifications (die oben erscheinen und sich dann nach einigen Sekunden wegdrehen) auch disruptive einzustellen, die man aktiv bestätigen oder wegdrücken muss. Bei WhatsApp- oder iMessage-Nachrichten ist das beispielsweise sehr sinnvoll.

Diese disruptive Variante habe ich bei Android bislang noch nicht gefunden – ich gehe mittlerweile davon aus, dass es sowas in vergleichbarer Form (noch) nicht gibt.

Genau so fehlen Notifications auf dem Lockscreen. Es ist schön, bei einer eintreffenden Benachrichtigung nur einen kurzen Blick aufs Telefon werfen zu müssen, wenn es neben einem auf dem Schreibtisch liegt. Ich will nicht jedesmal die Notification-Leiste von oben runterziehen müssen. Das ist ein gewaltiger Minuspunkt. iOS hat das hier schon sehr gut gelöst und man hat alles im Blick, wenn man den Bildschirm anschaltet: Telefon an – sehen, was es neues gibt – Telefon aus.

Zwar befinden sich, was super ist, die letzten paar Notifications als Icons in der Statusleiste oben, aber man übersieht sie relativ einfach. Mir sind bei Android schon einige wichtige Nachrichten durch die Lappen gegangen, weil ich die Vibration nicht gemerkt habe und später die Notification auf dem Bildschirm nicht auffällig genug war.

Ich weiß, dass es ein paar Apps gibt, die versuchen, Notifications im Lockscreen anzubieten, aber die sind alle (noch) scheiße. Entweder hässlich oder es steht da nur “1 neue Mail”. Aber nicht von wem, oder was drinsteht, und das ist ja dann auch sinnlos.

Lockscreen-Notification durch irgendein obskures Widget. Wenig Details und eher unansehnlich.

Lockscreen-Notification durch irgendein obskures Widget. Wenig Details und eher unansehnlich.

Deshalb wünsche ich mir von der nächsten Android-Version: detaillierte Lockscreen-Notifications und disruptive Benachrichtigungen. Und das alles einstellbar in einem … Notification Center.

LEDs, Vibrationsmuster, eigene Töne

Nun zu den guten Seiten:

Der Notification-Screen unter Android, den man wie beim iPhone von oben nach unten aufzieht, ist ziemlich gut und fühlt sich in der Benutzung besser an als der von iOS. Man hat auch die Möglichkeit, Widgets wie “Settings Extended” hereinzuladen. Unter Android ist es so, dass Notifications nach Apps gruppiert werden. Hat man beispielsweise drei Mails bekommen, steht erstmal im Notification-Screen “3 new mails”. Jetzt kann man allerdings diesen Punkt nach unten aufziehen und sieht dann, von wem diese Mails sind.

Notification-Screen mit zwei neuen Mails auf unterschiedlichen Accounts. Die werden hier nicht zusammengefasst.

Notification-Screen mit zwei neuen Mails auf unterschiedlichen Accounts. Die werden hier nicht zusammengefasst.

Fast jedes Android-Telefon bietet eine Notification-LED, die durch unterschiedliche Farben und Blinkfrequenzen auch unterschiedliche Arten von Notifications darstellen kann. Oft kann man schon direkt in der eigentlichen App die LED-Farbe einstellen. Mit der App Light Flow hat man aber die Möglichkeit, sich ein zentrales Notification-Schaltpult anzulegen.

Ich habe Light Flow bei mir beispielsweise so eingestellt, dass die LED bei neuen Events in folgenden Farben blinkt:

Weiß: Private E-Mail
Orange: Elbdudler-E-Mail
Blau: Facebook
Hellblau: Twitter
Grün: Neue Nachrichten (WhatsApp, SMS)
Rot: Entgangener Anruf
Braun: Instagram

In Light Flow kann man so allerhand einstellen.

In Light Flow kann man so allerhand einstellen.

Mit Light Flow kann man übrigens nicht nur für jedes Event unterschiedliche LED-Farben vergeben, sondern auch unterschiedliche Alarmtöne und Vibrationsmuster. Das ist eine tolle Ergänzung und ein mächtiges Werkzeug. Wenn man mal eine Stunde Zeit hat, kann man sich seine Notifications so konfigurieren, wie man es gerne hätte. Bei jedem Twitter-Fav ein Super-Mario-Sternensound, kein Problem (glaube ich).

Teilt mit mir eure besten Vibrationsmuster! Schade, dass es dafür noch keine Website gibt.

Teilt mit mir eure besten Vibrationsmuster! Schade, dass es dafür noch keine Website gibt.

Was das für einen Nutzen hat, weiß ich selbst noch nicht so genau. Ich schalte jedenfalls jedes Mal, wenn was reinkommt, den Bildschirm an und sehe nach, von wem die Mail ist oder wer mir für was den Fav gegeben hat.

Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass es in Situationen, in denen man nicht ständig auf sein Telefon glotzen kann, ganz praktisch sein kann. Ich saß schon des öfteren mit dem vibrierenden iPhone in Meetings und konnte es kaum erwarten, zu wissen, was diese Notifications sind. Und dann waren es nur irgendwelche Newsletter statt einer wichtigen Nachricht der Freundin.

Trotzdem – ich glaube, iOS belegt trotz all seiner Nachteile hier für mich noch den ersten Platz. Ich brauche einfach Lockscreen-Notifications.

Bisweilen bin ich jedoch mit den Möglichkeiten, die Light Flow bietet, ganz zufrieden. Das ist für mich jedoch eine Funktion, die ins System gehört und nicht nur von irgendwelchen Apps bedient werden sollte.

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